pyrenäen-magie I

wir sind unverhofft verzaubert!

allererster anblick aus der ferne
erste verregnete eindrücke auf der fahrt

vielleicht habt ihr schon unter stellplatz of the day… den einen oder anderen eindruck erhalten? ich kann gar nicht anders, als noch ein paar bilder zusammen zu stellen und sie euch zu zeigen. zufällig haben wir in jeder region und in fast jedem département der pyrenäen halt gemacht, wie wir jetzt im nachhinein gesehen haben.

die bezeichnungen der regionen und départements sind für uns auch deswegen von bedeutung, weil wir für wärmere jahreszeiten schon mal nach möglichkeiten der mitarbeit in den pyrenäen suchen, auf portalen wie „workaway“ oder „wwoofing“. so sehr hat es uns erwischt: wir wollen unbedingt wieder kommen. aber der reihe nach:

letzter halt am mittelmeer mit stürmischem abschied: port vendres

nach der magischen, sturmkalten mondnacht am leuchtturm von port vendres nahmen wir abschied von der mittelmeerküste, die uns bis dahin fast 3 wochen begleitet hat. erste station in den „pyrénéés orientales“: aufwärmen in der heißen naturquelle bei fontpédrouse – welche verzückung!

so einsam wie auf den bildern war es dort beileibe nicht – im gegenteil, wir hatten schwierigkeiten, fotos ohne halbnackte, fremde menschen zu machen: von spanischer großfamilie in drei generationen bis hippie mit freilaufendem hund war viel los und es kamen uns auf dem recht steilen weg zurück noch weitere badehungrige entgegen.

dieser nebel kam nicht vom heißen nass, sondern vom kalten november. auf dem weg zur quelle.

in der hochsaison sei die quelle eher zu meiden, haben wir gehört, dann soll es absolut überfüllt sein. wir fanden’s jetzt im november nicht nur temperaturmäßig wunderbar passend für uns und überlegen unsere künftige reiseroute nach dem vorhandensein naturbelassener heißer quellen auszurichten 🙂

da bei der quelle oben alle parkplätze von (dauer-?) campern belegt waren, fuhren wir zum übernachten ein stück weiter nach mont louis. laut „park4night“, unserer vielbenutzten app zur stellplatzsuche, sollte es dort am rande der stadtmauer einen parkplatz mit aussicht geben. kurz nach sonnenuntergang (hier derzeit gegen 17:30h) dort angekommen, verhinderte nebel die sicht und wir fielen nach abendessen und bettenmachen nur noch schwer und wunderbar entspannt vom heißen quellenbad ins bett. im morgengrauen wurde ich von einem regenähnlichen geräusch auf dem dach geweckt, allerdings viel sanfter als sonst. der blick aus der dachluke offenbarte: schnee! und eine im dämmerlicht schon zu erahnende gigantische aussicht:

weiß im vordergrund: das verschneite bullidach, weiß im hintergrund: verschneite gipfel

mich hat es nicht mehr im bett gehalten, ich hab die obligatorische morgendliche hunderunde zu zinos entzücken vorverlegt und weitere bilder gemacht:

erst bei einem späteren spaziergang entlang der stadtmauer und durch die straßen des bergdorfes erkannten wir die besondere lage unseres übernachtungsortes:

außerdem erfuhren wir, dass mont louis, bzw. die stadtmauer (auf französich hübsch „citadelle“) zum UNESCO welterbe ernannt worden sind. auch sonst ein süßes städtchen:

super wetter: „tout soleil“, wie auf der pension oben vermerkt☀️

in dem kleinen lebensmittelladen gab es alles, was der dorfbewohner und die touristin so braucht (frisches obst & gemüse heute wegen frost nicht im regal rechts vor dem laden, sondern drinnen), und das regional, saisonal und ziemlich günstig. darüber haben wir uns auch anderswo in frankreich schon gewundert. anders als in deutschland scheinen die kleinen dorfläden in den französichen (berg-) dörfern nicht vom aussterben bedroht zu sein. weiß jemand, wie die franzos*innen das schaffen? könnte vielleicht ein modell für die wunderschöne uckermark und andere strukturschwache gegenden in deutschland sein 😉

tatsächlich fühlen wir uns hier in den pyrenäen teils an die uckermark erinnert, nur in bergig: genauso menschenleer und weit, genauso ‚laute‘ natur und reich an wasser – in der uckermark die seen, hier die gebirgsbäche, quellen und flüsse. dazwischen stille.

von mont louis, hoch in den bergen aus, fuhren wir wieder näher ans flachland bei saint girons – eine traumhafte, kurven-, steigungen- und aussichtsreiche strecke! wir könnten hinter fast jeder serpentine anhalten und staunen. kommen aus dem staunen gar nicht mehr raus und manchmal halte ich die handykamera einfach nur drauf. oft genug entstehen ganz schöne bilder, die auf jeden fall einen eindruck vermitteln:

der bulli hält sich supertapfer, wir loben ihn jedesmal, wenn er wieder eine lange steigung gemeistert hat. oft im 2. gang und mit 30 km/h, aber anders als in der schweiz und den südalpen, ernten wir hier selten gehupe oder sogar vogelzeigen der überholenden hochmotorisierten wagen. stattdessen bedanken sich viele und winken uns zu, wenn wir uns rechts halten, damit sie vorbeiziehen können: freundliches völkchen, die französichen autofahrer*innen 🙂

nächster pyrenäen-halt: kurz vor saint-girons. alle vorher angefahrenen plätze sagten uns zum übernachten nicht zu (zu nah an der strasse, zu verboten, kein gutes gefühl dabei o.ä.) und so gerieten wir wie schon öfter mal in die früh einsetzende dunkelheit, ohne einen stellplatz für die nacht gefunden zu haben. inzwischen schaffen wir es gelassen zu bleiben – oft genug haben sich ’notlandungen‘ bereits als unverhoffte glücksfälle erwiesen. so auch diesmal: 100m hinter dem eigentlich angepeilten, aber für uns nicht geeigneten platz (zwar am flüßchen, aber eine sehr befahrene strasse am gegenüberliegenden ufer und direkt im wohngebiet, hell beleuchtet durch straßenlampen) fand ilka bei der ankommens-hunderunde eine viel heimeligere stelle unter bambus oberhalb vom flußufer, wo wir uns sofort wohl und sicher fühlten und eine ruhige nacht verbrachten.

ich liebe den moment am frühen morgen, wenn ich noch vom bett aus die gardinen lupfe, um das erste licht des tages zu bewundern und den ausblick aus dem fenster zu bestaunen – und wie hier morgens erst sehe, wo genau wir übernachtet haben:

teil II folgt in bälde 🙋🏻

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