1/4 jahr unterwegs – geht‘s noch?!

am 4. september haben wir nach dem auszug aus thomsdorf unsere erste übernachtung unterwegs im bulli gefeiert, am vertrauten ostsee-lieblingsstrand. ganze 3 monate ist das nun her und wie so oft fühlt sich die zeit einerseits nach viel mehr an und zugleich wie in einem wimpernschlag vergangen.

ja, es geht noch!

vor ein paar tagen hatten wir die idee, es könnte uns gut tun, mal länger an einem ort zu bleiben (ähnliches thema wie in vom reisetempo und lebensrhythmus). daher haben wir uns bei „workaway“ angemeldet, einem ähnlichen portal wie „woofing“ – mitarbeit gegen kost&logis. uns schwebte für dezember und über weihnachten/sylvester weniger „work“ als „housesitting“ vor 😉
und tatsächlich erhielten wir mehrere anfragen, darunter eine, die sehr verlockend klang: ein zukünftiges yoga-retreat-zentrum hüten. in diesem fall: die räume beleben und heizen, pflanzen und katzen versorgen, ein bißchen was im garten arbeiten und ähnliches. wifi, yogaraum und -matten, etc. vorhanden, das ganze in der nähe von lissabon auf dem land, nah an einem berühmten surferstrand… wir waren schon drauf & dran alles festzumachen; drüberschlafen und -diskutieren hat uns allerdings deutlich gemacht: wir wollen unser freies, ungebundenes schildkrötentempo-reisen ungern unterbrechen, schon gar nicht für ganze 6 wochen…

diese erkenntnis haben wir erneut zum anlass genommen, uns zu fragen, was es braucht, um das phasenweise getriebensein-gefühl zu minimieren und auch ohne feste bleibe im unterwegssein ankommen zu können?
(irgendwie eine lebensumspannende frage à la: wie ist es möglich, im hier & jetzt, in diesem moment zu leben?)

wir kamen auf einige aspekte, die uns persönlich dabei helfen:

🚐 für ruhige nächte sorgen!
lieber eine stunde länger nach einem geeigneten stellplatz für die nacht suchen, als kompromisse machen in bezug auf lautstärke, beleuchtung, wind&wetter, allgemeines unwohlsein. es rächt sich sonst: spätestens nach 2-3 schlafarmen nächten braucht’s nicht viel und die stimmung kann kippen…

🚐 regelmäßig essen!
bei uns konzentriert sich das auf spätstück und warmes abendessen. besonders ilkas hungriger magen verträgt keinerlei stressfaktoren mehr wie volle strassen, unauffindbare tankstellen, nur halbgute übernachtungsplätze, regen usw.
und auch ich freu mich über gutes essen.

🚐 siesta einhalten!
vor allem ich kann das gut haben: mittags irgendwann eine fahrpause einlegen, hund und unsere beine bewegen, bestenfalls einmal kurz ausstrecken und wegnicken, vielleicht was essen. und die übrige familie profitiert auch von ner pause.

🚐 eine sache zur zeit!
es gibt ja studien dazu, dass multitasking keinerlei vorteile bringt, sondern nur unkonzentrierter macht und aufmerksamkeit von jeder der gleichzeitig erledigten sache abzieht. können wir bestätigen…

🚐 rechtzeitig (!):
tanken / akkus für’s licht aufladen / handys aufladen / trinkwasser besorgen / brauchwasser auffüllen / lebensmittel einkaufen / wäschewaschen / uns waschen / hunderunde machen / trenntoilette leeren / schlafplatz suchen / gas auffüllen etc. !
kann zum stressfaktor werden, wenn wir irgendwas davon verpassen…

🚐 (und gleichzeitig:) tetris vermeiden!
nicht in die ‚gelegenheitsfalle‘ tappen, nur weil wir gerade in einer größeren stadt sind, gleich mal ALLES, was ansteht, erledigen zu wollen. und die dreiundzwanzig nicht ganz so dringenden besorgungen gleich noch dazu, weil eben gerade alles verfügbar und in der nähe ist. (und hinterher mit hängendem magen im dunkeln noch einen stellplatz suchen müssen – keinen geeigneten mehr finden, miese nacht verbringen, usw.usf. zurück auf anfang… siehe oben)

🚐 alles weglassen, was nicht muss!
(siehe „tetris vermeiden“!) nur das not-wendige erledigen, damit mehr zeit bleibt für:

🚐 genießen, was da ist!
davon haben wir soviel, sofern wir uns zeit nehmen, es zu bemerken: meeresrauschen, auch wenn es grade den schlaf raubt. unsere freiheit, auch wenn sie sich manchmal mehr nach qual-der-wahl anfühlt, all die wundervollen ausblicke, anblicke, lichteinfälle, begegnungen, die freilebenden tiere, die stille, die ruhe, die reiseroutine, unseren entzückenden vierbeinigen reisebegleiter, unseren tapferen vierrädrigen fahrbaren untersatz, uns ❤️

geht doch!

🙂

nachtrag nach zwei tagen, die wir gemeinsam mit 2 anderen campern unterhalb vom mirador del fito verbracht haben:

🚐 austausch mit gleichgesinnten!

womöglich aufgrund der leere der nebensaison und unseren häufigen standortwechseln hatten wir auf unseren stellplätzen bislang noch keine campernachbarn, die ähnlich wie wir unterwegs waren. dort auf der höhe waren es ein französischer düdo mit einem paar und 4 (!) großen hunden sowie ein paar aus österreich, die wie wir alles gekündigt und aufgegeben haben und seit mai mit ihrem kleinen womo langfristig unterwegs sind. wir wußten gar nicht, wie ausgehungert wir danach waren, uns mal ausgiebig über freud & tücken des dauercamperlebens auszutauschen und kamen aus dem plaudern gar nicht mehr raus – sehr bereichernd!

erquickliche kleine community für 2 tage 🚐🚌🚎

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