pyrenäen-magie II

mit einiger verspätung kann ich nun dank super internetverbindung doch noch teil II der pyrenäen-magie hochladen:

von saint-girons aus (siehe pyrenäen-magie I) gondelten wir gemütlich weiter gen westen, richtung atlantik, immer auf kleinen gebirgsstrassen entlang durch viel grün und wunderschöne landschaften. einige stätten lockten uns mit der aussicht auf einen schlafplatz mit aussicht, allerdings waren sie uns alle zu ausgestellt und windig.

so landeten wir schließlich in bagnère-de-bigorre, einem netten, kleinen städtchen mit thermalbädern – wie wir später erfuhren, hat emanuel macron hier als kind seine urlaube verbracht. wir mochten die enge der gassen und das lauschige des kurortes.

nachdem uns der angepeilte wanderparkplatz am stadtrand nicht sehr zusagte, strandeten wir schließlich im dunkeln mittendrin über den „grandes thermes“ und einem kleinen park vor einem hotel. über uns der fast volle mond, vor uns die leuchtreklame des hotels, seitlich die aussicht über die stadt – ein netter und wider erwarten recht ruhiger platz.

am vormittag suchten und fanden wir ein kleines biolädchen und erfuhren von der symphatischen besitzerin, dass dieses seit der eröffnung von „bio-coop“ einige strassen weiter mit massiven umsatzeinbußen zu kämpfen hatte – bittere realitäten…

wir spazierten durch die gassen zurück zum bulli und machten uns auf den weg gen lourdes, das ich gerne einmal sehen wollte, wenn wir schon in der gegend waren. ilka war vor einigen jahren dort und hat das ganze als sehr kommerziell erlebt: eine autofreie hauptstrasse führt in richtung des areals mit der heiligen grotte, der kathedrale und anderen kirchen, gesäumt mit läden voller kitschreliquien wie blinkenden madonnen, plastikkreuzen, rosenkränzen, jesusbildern, verzierte flaschen und kanister für das heilige wasser u.ä.m.. verblüfft stellten wir fest, dass auf mehreren hundert metern alle geschäfte geschlossen hatten, nur die letzten beiden läden vor dem heiligen areal waren geöffnet. wo sich sonst menschenmassen, gruppen von pilgern und andere tummelten, schlenderten nur vereinzelt personen umher – nebensaison. schade! (ilka meint: „oder auch nicht!“)
die stimmung innerhalb des gut gesicherten bereichs um die grotte war besinnlich und ruhig. da zino nicht mit hinein durfte, ging ich alleine mit einer unserer 5-liter-trinkwasser-glas-galonnen in richtung wasserspender. dort waren einige menschen mit hackenporsche voller kanister und einzelner plastikflaschen unterwegs, um sich wasser abzufüllen. ein schild besagte: „wasser ist ein knappes gut, wir bitten darum, nur soviel abzufüllen, wie unbedingt nötig“ – spannende einschätzungssache! ilka kam mir auf dem weg zurück entgegen, zino im rucksack – sie war inzwischen auf die idee gekommen, den hund auf diese weise mit hinein zu schmuggeln, um unsere zweite galonne doch noch auffüllen zu können. ich fand dann aber, dass uns 5-liter heiliges wasser ausreichen würden und wir stiegen zu unserem oberhalb geparkten bulli auf.

einige kilometer hinter lourdes fanden wir ein ruhiges plätzchen mit picknickbänken an einem fluß, wo uns der vollmond in die nacht leuchtete.

tags drauf hatten wir uns eine besonders schöne strecke nahe der spanischen grenze über lecumberry und den iraty-pass auf eine kleine hochebene vorgenommen, die wir hier gerne ausführlich per bild dokumentieren möchten:

oben angekommen staunten wir. „ein magischer ort“ war ein häufiger kommentar in unserer stellplatz-app – wir stimmen zu!

nach einer wunderbar ruhigen nacht in einer windgeschützten nische bei verlassenen häusern, saßen wir gerade beim frühstück, als immer mehr pferde vom berg herunter getrabt kamen! wildpferde?

ich folgte ihnen ein stück mit dem radl, um ein paar weitere aufnahmen zu machen.

die herde sammelte sich am bach und einige wälzten sich genüßlich auf der wiese.

als ich mit dem rad zum bulli zurück kam, trotteten 2 weitere pferde gemütlich den berg hinunter, gefolgt von einem verwitterten alten mann mit hirtenstab, der mich mit verschmitzten augen fragte, ob es hier oben nicht zu windig sei zum radfahren. dank meiner inzwischen nicht mehr ganz so eingerosteten französich-kenntnisse kamen wir ins gespräch und er erzählte, dass er die pferde von der sommerweide heruntertreiben würde und war neugierig, was uns hierher geführt hatte.

nach dieser vergnüglichen begegnung und einer ausgiebigen wanderung, machten auch wir uns auf den steilen weg ins tal.

schließlich kamen wir in saint-jean-pied-de-port an, dem französichen tor zum „camino frances“, wie der jakobsweg von dort aus gen santiago de compostella im nordwesten spaniens genannt wird.

für unserem weiteren weg im bulli gedachten wir, dem weniger begangenen „camino del norte“ zu folgen – die weiter nördlich verlaufende route des jakobsweges entlang der spanischen atlantikküste. sofern das wetter passt und uns die gegend gefällt. nett wäre es, am ende „finesterre“ einen besuch abzustatten: „das ende der erde“, einen punkt an der spanischen westküste, wo viele jakobswegpilger nach dem erreichen der kirche in santiago de compostella zum abschluss ihre füße im atlantik kühlen.

aber zunächst mal rasteten wir für vier tage in saint-jean-pied-de-port und reisten anschließend weiter durchs baskenland, dies- und jenseits der politischen grenzen.

nachtrag am 8.12.2018:
wie ihr unter stellplatz of the day… verfolgen könnt, hat es uns doch nicht lange an der spanischen atlantikküste gehalten. das meer, die strände und die natur sind großartig, aber die meisten orte waren uns zu touristisch und verbaut. die bergwelt der nordküste mochten wir hingegen sehr, siehe Endlich wieder Berge!

in der zwischenzeit sind wir an unserer wahrscheinlich letzten station in spanien angekommen: am rio miño in ourense, wo wir heute wieder eine heiße quelle besuchen, die poza da chavasqueira. unser letztes heißes bad (in der heißen quelle bei foudrépouse in den französischen pyreneän) liegt immerhin schon 19 tage zurück 😉

unsere nächste station, frisch gebadet und der bulli poliert: portugal 🇵🇹

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