portrait 3: daniela & alexander

daniela und alexander trafen wir an nikolaus 2018 an einem wundervollen platz in den bergen nordspaniens. für uns einer der ersten plätze, an dem wir länger als eine nacht verweilten und die beiden waren die ersten camper, die wir trafen, die ebenfalls jobs und mietvertrag gekündigt und langzeit unterwegs waren. wir kamen ins gespräch über all die großen und kleinen besonderheiten des langzeitreisens im camper und haben gemerkt, wie bereichernd so ein der austausch für uns sein kann. daher war klar, dass wir den beiden unseren fragebogen für unsere nomadenportraits als eine der ersten zukommen lassen. einige wochen nach unserer ersten begegnung in den bergen in nordspanien sahen wir daniela und alexander am atlantik an portugals südküste wieder und stellten das interview fertig. viel spaß dabei!

bitte stellt euch in ein paar sätzen vor:
Hallo, wir sind ein Paar aus Österreich, Daniela, 37 und Alexander, 30. Wir kommen aus einer wunderschönen, ländlichen Region in den Bergen:
aus Tirol. Ich habe zuletzt als Köchin in einer Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigung gearbeitet und Alex in einer Süßwarenfabrik in der Produktion. 

wie seid ihr unterwegs und seit wann?
Seit Mai 2018 sind wir mit unserem Wohnmobil (Flotte) Lotte kreuz und quer durch Europa unterwegs. Gestartet in Österreich, dann über Tschechien, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Norwegen, Dänemark, Deutschland, ein Abstecher nach Teneriffa ohne Wohnmobil, dann über Holland, Belgien und Frankreich an die spanische Nordwestküste bis aktuell nach Portugal. Am Anfang haben wir Familie und Freunde besucht, im Hotel und viel auf Campingplätzen geschlafen, Urlaub gegen Hand, Couchsurfing und workaway gemacht. Und so ab Finnland haben wir nur noch frei gestanden und bei workaway Unterkünften. Nur ab und zu sind wir zum Wäsche waschen, Duschen, WLAN benutzen und Wasser tanken/leeren auf einen Campingplatz gefahren.

wie seid ihr drauf gekommen, eure festen wohnsitz aufzugeben und ein nomadisches Leben zu beginnen?
Daniela:
 Ich hab anscheinend auch ein Nomaden-Gen in mir. Ich habe schon einige Male meinen Wohnsitz gewechselt und finde es toll, jetzt sozusagen vogelfrei zu sein. Immer wieder habe ich von so einer langen Reise geträumt. Und der Wunsch wurde immer stärker, besonders, als meine Mama mit 49 Jahren an Krebs verstorben ist. Da hab ich gesehen, wie endlich das Leben ist und dass wir nicht alle Zeit der Welt haben, um unsere Wünsche zu erfüllen.

Im Urlaub 2017 waren wir dann drei Wochen am Balkan unterwegs und es war so wunderbar. Wir haben in Pensionen, Airbnb, im Zelt am Campingplatz, im 5* Hotel und einmal sogar am Strand geschlafen und haben festgestellt, dass das viel, viel zu kurz ist und es noch so unendlich viel zu entdecken gibt auf dieser Welt. Der Entschluss war gefasst und innerhalb eines dreiviertel Jahres habe ich meinen Haushalt aufgelöst, Job und mein gemietetes Haus gekündigt. Und dann haben wir uns auf den Weg gemacht.

Alexander hat nicht so viel aufgegeben. Er wohnt noch bei den Eltern und kann auch jederzeit wieder in den alten Job zurück. Für ihn ist diese Sicherheit auch sehr wichtig. 

Was liebt ihr am nomadentum und worauf könntet ihr getrost verzichten?Daniela:
Ich liebe es im Camper zu reisen. Alexander hatte schon Erfahrung. Ich war das erste Mal mit einem Camper unterwegs und es hätte sein können, dass ich nach einem Monat wieder heim will, weil es mir nicht gefällt. Aber nein, ich finde es toll, mein Zuhause immer mit dabei zu haben.
 
Ich liebe es, beim Essen aufs Meer zu schauen.
 
Ich bin so froh, dass ich viele, viele Dinge ausgemistet habe und jetzt im Camper sehe, dass ich gar nicht so viel brauche und doch alles habe.
 
Es ist toll, dass hier alles genau einen Platz hat und ich gar nichts suchen muss. Ich weiß einfach, wo es ist.
 
Ich mag die Freiheit, dass wir tun und lassen können, was uns gefällt.
 
Immer wieder neue Umgebungen entdecken, neue Sprachen, neue Menschen, neue Lebensmittel. Ich liebe es, dass ich dadurch viel öfter draussen bin und mit der Kamera alles erkunde.
 
Strandspaziergänge auf einsamen Stränden. Und wenn die Strände mal nicht einsam sind, liebe ich es, dass wir die Zeit haben, einfach zu warten, bis alle weg sind.
  

Was ich gar nicht mag: ahh, ich hasse es, wenn ich im kleinen Alkoven die Betten immer umtauschen muss. Meist stehen wir nicht ganz gerade, und wenn wir den Platz oft ändern, dann kann es schon mal sein, dass ich jeden Tag die Seiten tauschen muss. 
Und auch wenn ich weiß, wo alles ist, so ist es manchmal doch nicht so einfach, an die Dinge dran zu kommen. Also die ewige hin und her Räumerei ist manchmal schon anstrengend.
 
Es nervt auch, wenn wir uns manchmal nicht entscheiden können, wohin wir fahren wollen oder wenn der Übernachtungsplatz doch nicht so toll ist.  

Alexander: 
Ich mag die Freiheit, dorthin zu fahren wo ich möchte und überall stehen zu können. Unabhängig sein. Das ist ein absolutes Freiheitsgefühl für mich. So viele neue Orte und neue Sachen zu entdecken. Besonders die Natur. Von jedem Land einheimische Produkte zu probieren. Neue Dinge probieren. Beeren und Pilze sammeln.
 
Verzichten könnte ich auf zu große Ansammlungen von Campern. Auf Streit innerhalb der Beziehung.
 
Auf Sand im Wohnmobil. Es ist so ein kleiner Platz und ich möchte, dass er sauber ist.
 
Und auf Hundekot. Ich habe das Glück, immer wieder reinzutreten und ich hasse es!
 

ist das leben unterwegs für euch auf dauer angelegt oder dient es als übergangsstadium zu einem bestimmten zweck? wie lange wollt ihr das machen? verfolgt ihr einen bestimmten plan oder ziel?
Daniela:
 
Gedacht war am Anfang ein Jahr. Jetzt sind wir schon acht Monate unterwegs und merken, dass ein Jahr doch zu kurz ist für alles, was wir sehen und machen wollten. Ich könnte es mir vorstellen, so wie Alex auch, dass wir mal nach A/D/CH gehen, ein paar Monate arbeiten und dann wieder weiter reisen. Aber das steht noch in den Sternen. Wir wollen einfach auf unser Gefühl hören und dann weiter entscheiden. Pläne ändern sich sowieso ständig, deshalb verwenden wir nicht so viel Energie darauf. Und ich vertraue sehr ins Leben, dass sich vieles dann von alleine ergibt und uns in die richtige Richtung führt.
 

Alexander:
Nicht auf Dauer. Wenn es finanziell möglich wäre, dann kann ich es mir schon für drei Jahre vorstellen.
 
Mein Wunsch ist es, eine Arbeit zu finden, von der ich leben kann und die mir auch Spaß macht.

wäre dieses leben langfristig was für euch oder strebt ihr eine andere lebensform an?
Längerfristig ja, aber vielleicht für fünf Jahre oder so. Ich bin sehr häuslich, liebe es, meinen eigenen Garten zu haben, eine große Küche, einen Holzofen. Und ich hätte gerne Tiere. Das alles ist nicht unbedingt wohnmobiltauglich.
 

Alexander:
Langfristig nicht, da wir uns das auf Dauer nicht leisten können. Aber ich kann mir auch andere Modelle vorstellen. Z.B. ein halbes oder ganzes Jahr arbeiten und dann wieder zu reisen. Muss dann aber auch nicht unbedingt mit dem Camper sein. Vieles ist möglich. Wenn es irgendwann überall geahndet wird und wir gezwungen werden, auf Campingplätze zu gehen, dann kommt es aber sicher nicht mehr in Frage.
 

wie ist euer reisetempo, habt ihr einen bestimmten rhythmus?
Es wird hauptsächlich vom Klima und vom Wetter bestimmt, denn unser Wohnmobil ist nicht tauglich für extreme Temperaturen. Wir wären z.b. heute noch in Norwegen, wenn es dort nicht so kalt wäre. Ansonsten bleiben wir einfach länger, wo es uns gefällt und fahren weiter, wenn wir genug haben.

welche ressourcen benötigt bzw. nutzt ihr für diesen lebensstil (energie / ideelles / finanzielles / sonstiges)?
Das Wohnmobil hat Alexander extra für die Reise gekauft. Wir haben zusätzlich Solarpaneele installiert, um Handys aufzuladen und mit viel Sonne auch den Laptop. Wir haben einen 80L Wassertank, mit dem wir ca. eine Woche auskommen. Zwei Gasflaschen für Kühlschrank, Heizung und Boiler, deren Füllung immer wieder eine Herausforderung ist, bei den vielen unterschiedlichen Gasanschlüssen in Europa. Wir sammeln liebend gerne Pilze, Kräuter und Beeren wenn möglich und verwenden diese dann. Trinkwasser holen wir aus Quellen oder kaufen die größten Gallonen, die wir finden können. Wir reisen vom Ersparten, mit workaway/housesitting/Urlaub gegen Hand sparen wir ab und zu die Kosten für Stellplatz und/oder Verpflegung ein. Hauptsächlich machen wir dies aber wegen den Erfahrungen, die wir dort machen können. Wir kochen nur selbst, gehen selten in ein Restaurant.
 

Daniela: Außer all dem ist Vertrauen eine Hauptressource: ich vertraue absolut darin, dass jede Herausforderung, alles, was mir wiederfährt auf dieser Reise oder im Leben überhaupt seinen Sinn hat. Auf diese Weise kann mir nichts Schlimmes mehr passieren, bzw. auch alles „Schlimme“ ist letztendlich gut für mich: z.b. falls uns das Wohnmobil geklaut wird, müssen wir arbeiten gehen und finden vielleicht unseren Traumjob. Vom Herzen her spüre ich absolut, dass ich immer sicher bin. Mein Kopf sagt aber manchmal auch was anderes – deshalb denke ich lieber nicht soviel nach 😉

wie hat euer umfeld auf diesen schritt reagiert?
Daniela:
 
Freunde, Kollegen und Bekannte wussten schon länger von meinem großen Wunsch. Ich glaube aber nicht, dass viele wirklich dran geglaubt haben, dass ich es mache. Die meisten finden es toll und mutig und würden irgendwie selbst gerne, können/wollen aber aus diversen Gründen nicht.
 
Auch meine kleinste Schwester findet es total toll, sie ist auch selbst sehr viel am Reisen und kann die Reiselust nachvollziehen. Die anderen beiden Schwestern sehen das Ganze eher mit gemischten Gefühlen. Besonders wegen dem Danach. Sogar meine Oma findet es gut, auch wenn sie mich sehr vermisst und selbst niemals sowas machen würde.
 
Und ich bin mir sicher auch meine Mama findet es gut und dass sie immer auf uns aufpasst.
 
Die häufigste Frage war, was ich denn danach machen werde. Wenn ich keine Wohnung, kein Auto, keinen Job mehr habe. Ich hab nur gesagt: ich bin noch nicht mal weg, wie kann ich denn da wissen, was ich danach mache?! Es gibt eine Million Möglichkeiten, da brauch ich doch nicht mal anfangen, darüber nachzudenken.
 

Alexander: 
Gemischt. Meine Eltern waren zuerst nicht erfreut, haben sich Sorgen gemacht und Ängste gehabt, aber sie stehen trotzdem hinter meiner Entscheidung und finden es mittlerweile auch richtig. Kollegen/Freunde/Bekannte fanden es meist eine mutige und bewundernswerte Entscheidung.
 

berichtet ihr anderen von eurer reise und wenn ja, in welcher form?
Ab und zu posten wir auf facebook eine kurze Zusammenfassung des derzeitigen Reiselandes für Freunde und Familie.
 Und per Whatsapp, Telefon und facebook sind wir mit Freunden und Familie immer in Verbindung.
Über einen Blog habe ich schon öfter nachgedacht, wollte aber nicht regelmäßig schreiben müssen. Jetzt, wo ich öfter auf eurem Blögchen stöbere, wird der Wunsch aber wieder größer, auch meine Gedanken und Erlebnisse der Reise zu teilen.
 

was hat sich für euch verändert, seit ihr unterwegs seid?
Daniela:

Wir sind viel mutiger geworden. Flexibler. Gelassener. Offener. Ich bin schon oft über meine Grenzen gegangen. Habe Dinge gegessen, die ich für giftig gehalten habe. Bin auf Toiletten gewesen, die ich sonst nicht betreten hätte. Kann inzwischen überall bei jedem Licht und jedem Lärm innerhalb von 2 Minuten einschlafen. Meiner Höhenangst habe ich mich das ein oder andere Mal gestellt, so dass sie jetzt schon viel besser geworden ist. Bei workaway sind wir zu Familien gekommen, die eine total andere Lebensweise leben, als wir bei uns zuhause kennen. Immer wieder haben wir solche Menschen kennengelernt. Und es ist total spannend zu sehen, was alles möglich ist. Das fasziniert mich  außerordentlich.
 

Alexander:
Ich sehe, was überhaupt alles möglich ist. Es gibt nicht nur die eine Arbeit, das eine Leben. Ich bin fauler, gemütlicher geworden. Ich bin flexibler geworden, wir müssen uns schneller an andere Orte anpassen. Ich schlafe besser und bin gelassener und ruhiger geworden. Das MÜSSEN ist weg. Alles kann, aber nix muss. Auch wenn wir gewisse Arbeiten am Wohnmobil schon machen müssen. Der größte Prozess war sicher die Abnabelung von zuhause, was nicht immer leicht war.
 

wie ist es für euch als paar zu reisen?
Daniela:

Auf jeden Fall ist es eine Herausforderung. Privatsphäre: 0, daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Besonders wenn man vorher noch nicht richtig zusammen gewohnt hat, wie wir beide. Und dass wir wirklich immer zusammen sind. Auch wenn wir mal schlecht gelaunt sind. Zuhause haben wir uns dann einfach nicht getroffen, oder einer war unten im Haus und einer oben. Das ist hier nicht so einfach, aber wir versuchen Rücksicht zu nehmen und den anderen auch mal alleine zu lassen.
 
Und doch ist es sehr schön, wenn man so eine tolle Zeit mit jemandem teilen kann und so vieles gemeinsam erlebt. Zusammen wächst an den Aufgaben, sich weiterentwickelt. Sieht, was alles im anderen steckt. Wir lernen uns nochmal neu kennen und sehen ganz andere Seiten am anderen und sind immer wieder überrascht, wen wir da an unserer Seite haben. Wir haben eine bessere Streitkultur entwickelt, sprechen Probleme früher an und versöhnen uns viel schneller wieder.
 

Alexander: 
Manchmal schön, manchmal anstrengend und auch nervig. Enger Raum, 24/7 jeden Tag zusammen.  Manchmal nervt Daniela mich und manchmal ich sie. Manchmal will einer dies und der andere jenes.
 
Es ist schön, dass man gemeinsam schon so viele Sonnenuntergänge erlebt hat und so viele Orte miteinander erkundet hat. Dass man diese tollen Erlebnisse mit jemandem teilen kann.
 
Und für uns ist es sehr wichtig, dass jeder seine Freiräume hat und Rücksicht nimmt auf den anderen.
 
Bei uns hat jeder seinen Bereich, seine fixen Arbeiten und das funktioniert sehr gut.
 

wie möchtet ihr leben / was ist euch wichtig für euer leben/ was sind eure werte/ was liegt euch am herzen:
Daniela:

Ich bin ein bisschen zweigeteilt. Einerseits möchte ich gerne die Welt und ihre Bewohner entdecken und kennenlernen, andererseits möchte ich mein eigenes kleines Reich schaffen.
 
Jetzt steht erst mal reisen auf dem Plan und dann sehe ich weiter. Ein Schritt nach dem anderen.
 
Ich vertraue darauf, dass sich immer für alles eine Lösung finden lässt. Diese Reise ist auch eine Reise zu mir selbst, zu dem was ich wirklich will. Meinen Platz im Leben. Stichworte dazu: Liebe, Freude, Harmonie, Natur, Tiere, Menschen, Gelassenheit, Kunst, Vielfältigkeit, Heilung. Dies alles vereint möchte ich einmal leben.
 

Alexander: 
Saubere Umwelt ist sehr wichtig für mich. Freiheit. Es ist vieles offen. Auf jeden Fall naturnah. Harmonie ist auch sehr wichtig, ohne Streit. Ich könnte mir auch vorstellen, in einem Bus zu leben. Der müsste allerdings um einiges größer und winterfest sein. Ein fixes Einkommen brauche ich aber auf jeden Fall.
 

was glaubt ihr, warum wächst die zahl derer, die ein „nomadenleben“ aufnehmen?
Daniela:

Ich denke, es hat mehrere Gründe:
 
Was ich erlebe ist, dass viele durch Krankheit aus dem System geworfen werden. Und wenn man einmal draußen ist, sieht man, dass es auch anders geht.
 
Oder sie erleben, wie Freunde und Bekannte krank werden, sehen, dass das Leben von einem auf den anderen Tag anders sein kann. Oder auch vorbei. Deshalb jetzt geniessen.
 
Viele kehren wieder zu den eigenen Werten zurück, sind auf der Suche nach einem alternativen Leben, fernab von Leistungsdruck und Zwang.
 
Zudem sind die Renten unsicher, keiner weiß, ob er in 20-30-40 Jahren noch eine Pension bekommt.
 
Manche wollen auch mit ihrem Geld etwas sinnvolleres machen, als zuzusehen, wie es auf der Bank immer weniger wird.

Und das Reisen ist besonders innerhalb Europas sehr einfach geworden. Man kann mühelos von einem Land zum anderen gelangen, die meiste Zeit sogar ohne Währungswechsel.
 
Und natürlich kommen viele durch die Reisebloggerszene erst auf die Idee und sehen auch, wie relativ einfach sich so eine Reise verwirklichen lässt. Und durch Instagram und Co. werden viele Sehnsüchte in den Menschen geweckt.
 
Und noch dazu können im digitalen Zeitalter viele auch von unterwegs aus arbeiten.
  

Alexander: 
Ich glaube, sie wollen das machen, was sie wollen und nicht fremdbestimmt sein. Und weil es heutzutage einfach leichter möglich ist. Es ist relativ einfach, an ein günstiges Auto zu kommen. Und die Menschen werden offener und haben weniger Angst. Und mit dem Internet sieht man viele andere, die es schon gemacht haben und sieht überhaupt erst, was alles möglich ist. Und es ist auch relativ einfach mit Apps wie park4night.
 

was steht bei euch als nächstes an / wo zieht es euch hin?
Wir müssen Ende März in Österreich sein, weil Lotte zum Tüv muss. Welche Route wir dorthin nehmen, wissen wir noch nicht, aber durch Andalusien fahren wir auf jeden Fall, weil wir dort in einer Hundepension „Urlaub gegen Hand“ machen.

gibt es noch eine andere frage, die ihr gerne beantworten würdet?
Ja: Ist die Reise so, wie du es dir vorher erhofft/gewünscht hast?

Daniela:

Ja und nein. Wir haben schon so viele schöne und wunderbare Sachen erlebt und wir haben so gut wie keine richtig negativen Erlebnisse gehabt. Beide haben wir unsere Persönlichkeit sehr weiterentwickelt.
 
Trotzdem habe ich mir eigentlich viel mehr vorgenommen für die Reise. Wollte die Zeit viel mehr nutzen um neue Sachen zu lernen, wie z.B. Sprachen oder ein Instrument. Meditieren, Sport machen. Auch wollte ich offener auf Menschen zugehen und mehr Einheimische kennenlernen.
 
Leider vergeude ich immer noch viel zu viel Zeit mit nichts tun oder am Handy rumspielen.
 
Aber es ist nun so und ich versuche Geduld mit mir zu haben und mich trotzdem zu motivieren.
 

Alexander: 
Unterschiedlich. Ich dachte vorher, dass wir in der Beziehung viel mehr streiten werden und hatte davor die größte Angst. Das ist Gott sei Dank nicht eingetroffen und es ist viel harmonischer, als ich es mir vorgestellt habe.
 
Und ich hätte nie gedacht, dass wir so wenig Geld brauchen. Und wir uns auch getrauen frei zu stehen und es so oft möglich ist.
 
Besonders in Norwegen und Finnland war es so, wie ich mir ein Camperleben vorstelle. Wenig Menschen, Lagerfeuer in der Natur, Beeren sammeln.
 

gibt es sonst noch etwas, das ihr erwähnen / erzählen möchtet?
Wir freuen uns schon, eure Interviews mit anderen Reisenden zu lesen und fänden es toll, wenn auch ihr diese Fragen beantworten würdet.

vielen Dank, ihr beiden, für eure ausführlichen antworten und die einblicke in eure sichtweise auf’s reisen und leben!

4 Kommentare zu „portrait 3: daniela & alexander

  1. Ihr Lieben , euer Blogg ist so interessant.Es bringt so viel Spaß mit euch zu gehen und zu fühlen.Die verschiedenen Menschen mit ihren Motivationen zu reisen.Tolle Idee Danke , gute Reise weiterhin und noch viele Mitreisende zum Interviewen.Lieben Gruß

  2. Sehr gerne! Auch wenn es etwas herausfordernd war, sich über alles Gedanken zu machen und das Gedachte dann noch vom Dialekt ins Hochdeutsche zu übersetzen, so hat es doch Spaß gemacht und war auch sehr aufschlussreich für uns. Wir hoffen, dass wir hier noch ganz viele spannende Interviews lesen können.

    Das Treffen mit euch war ganz wunderbar und wir sind uns sicher, dass es nicht das letzte Mal war. 😉

    Liebe Grüße Daniela und Alexander

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