Bulliherz

In der Vergangenheit:

Es war uns schon beim Start aus der Uckermark klar, dass wir zu unserem Schrauber bei Freiburg müssen. Die Kupplung sponn, die Handbremse wollte nicht mehr recht und ein Ölwechsel sollte der Bulli auch noch bekommen..Wir hofften, dass die Kupplung nur entlüftet werden musste und der Rest in 2 Tagen Arbeit von Carsten erledigt werden konnte. Wir wollten so schnell wie möglich gen Süden, denn die Temperaturen sanken täglich …

Im Jetzt:

Jetzt ist Montag, 11.11.2019, wir sind seit einer Woche hier und campieren zwischen Getrieben, Käferkotflügeln und Unterböden. Eine kuriose Landschaft aus Blech und Rost und wir mittendrin, gestrandet. Gehofft hatten wir 2 Tage, befürchtet 5, jetzt sind es schon 7 und nun lassen wir es frei und machen das Beste draus.

Dass das Bulliherz bei Carsten in guten Händen ist, wissen wir noch von den vorherigen Werkstattterminen in den letzten Jahren. Dass es diesmal so lange dauert, liegt wohl daran, dass man – wenn man erstmal den Motor draußen hat – so viel mehr kleine Baustellen sehen kann und das führt zu einer gründlichen Rundumreparatur.

Hier seht ihr Bullis Herz noch ungemacht. Auf die Liste der zu reparierenden Dinge haben es geschafft: die Kupplung, der Simmering des Getriebes, der Simmering hinter dem Lüfterrad, der Keilriemen, beide Achswellengelenke, die Dichtung der Benzinpumpe, die Stösseldichtungen und noch unzählige Schrauben, Schellen und Schläuche mehr, die nach fast 40 Jahren das Licht der Käferwerkstatt erblicken. Viel Arbeit macht auch die Reinigung der verschiedenen Teile am und um den Motor herum. Französischer Staub, portugiesischer Sand, zähflüssiges Öl und duftenes Benzin aus halb Europa machen eine spezielle Mischung, die sich gerne in jede Ritze setzt und klebt. Da braucht es Spachtel, Drahtbürste, Bremsenreiniger und ein wahres Wundermittel, das die Augen zum Tränen bringt.

In Zukunft:

Der Bulli schnurrt und surrt, saust und braust. Die Berge hoch schafft er im leichten Galopp mit 40 Sachen im 3ten Gang! Die Berge runter ist kein einziger Laut zu hören außer der Fahrtwind und das gleichmäßige Tackern der Ventile. Leise und geschmeidig wie eine Gazelle nehmen wir jede Kurve gemeinsam, Bullis Herz in Bestform.

update, 15.11.2019:

Am Tag 12 fahren wir erleichtert mit 4 glücklich pochenden Herzen vom Hof der Werkstatt. Danke, Carsten!